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Kölner Stadt-Anzeiger Sa./So. 7./8.Juli 2001
von Jürgen Kisters
Kunst und Technik

Paradies im Netz

Als Diplom-Designerin hat Natascha Sonnenschein (Jg. 1976) beruflich mit "neuen Medien" zu tun.
Das ist Grund genug, dieses Erfahrungsfeld auch künstlerisch auszuloten.

In den noch leeren Räumen der Firma M&R Medienkonzepte (der ehem. Galerie Buchmann) hat sie ein multimediales Konzept entwickelt,
an dem auch der Klangbildner Tom Doch, die Malerin Elke Imhof und der Poet Michael Zondag beteiligt sind.

Ausgehend von Platons Höhlengleichnis wird die Inszenierung von zahlreichen Wandprojektionen über Videobeam und Overheadprojektoren bestimmt. Zu sehen sind die Strukturen materialer Elemente, die Natascha Sonnenschein auf den Scanner gelegt und deren Bilder sie dann am Computer bearbeitet hat. Auf diese Weise verwandelt sie die Elemente (als die "alten Medien") in die Sprache der "neuen Medien", gekennzeichnet durch Formreduzierungen, Farbauflösungen und Strukturüberlagerungen. Materialeindrücke aus der Natur sind dadurch zu "Paradiesen der Künstlichkeit" geworden, die die Augen zwar verführen, sich aber nicht anfassen lassen.

In der Mitte der Inszenierung steht ein "echter" Baumstamm, an dem ein roter Apfel in einer Glaskugel hängt:

Ein Vor-Bild für die technischen Schattenprojektionen in den verschiedenen Raumbereichen? Fortwährendes Vogelgezwitscher aus dem Lautsprecher sorgt für einen Klang, der Naturassoziationen und die Faszination der Künstlichkeit zum unauflösbaren Netz verwebt.

Was ist überhaupt wirklich?
Das ist die zentrale Frage in der Auseinandersetzung mit den "neuen Medien".
Was ist die Erfahrung des Menschen darin?
 
Einzig in den multiperspektivischen Zeichnungen von Elke Imhof bleibt in der Ausstellung eine direkte Anspielung auf den Menschen übrig. Einzelheiten wie Arme und Gesicht verschwinden in den Gestaltwucherungen neben Muscheln, pflanzlichen Formen und fremd-vertrauten, abstrakten Elementen in einem Wachstums-Wandlungs-Geflecht, das den Menschen zu einer unbedeutenden Erscheinung macht. Ist das die Perspektive, die auch im Zuge der neuenTechnologien vorangetrieben wird?

Die Initiatorin der Ausstellung
Natascha Sonnenschein gibt darauf die Antwort:

"Wozu gegen die Trivialität des Alltags ankämpfen, wenn das Paradies in der Künstlichkeit liegt?"

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Herzlich bedanken möchte ich mich bei:

Harald Fuchs für die künstlerische und technische Beratung, freundschaftliche und praktische Hilfe, sowie technisches Equipment
Josen Ley für den Ausstellungsaufbau und Technik
Medienkonzepte - Detlef Beyer für das großzügige Sponsoring, den Ausstellungsraum und Technik
Tom Doch für das Sounddesign und die vielen schönen Gespräche
Michael Zondag und Elke Imhof für das engagierte Mitmachen
Daniela Bourass für Allerlei-Hilfe und Mitdenken
Kai Badenhausen für die praktische Hilfe und Technik
José Hildebrandt + friends für die Videodokumentation und Filmschnitt

... allen Besucher/innen der Ausstellung!

 

 

 

PDK-Ausstellungsplan.pdf